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technik:schmiermittel_finishline

Finish Line Schmiermittel

Unter dem Namen "Finish Line" werden eine ganze Reihe von Schmiermitteln und Pflegeprodukten angeboten. Für Kettenschmierung gibt es drei Varianten in 60ml-Fläschen für je etwa 8 Euro (Stand Ende 2006), die man an der typischen Farbe der Verschlusskappen unterscheiden kann.

Unabhängig vom verwendeten Schmiermittel (mein derzeitiger Favorit ist die Teflon-Variante mit der roten Kappe) bevorzuge ich die sparsame Anwendung, auf jede Rolle einzeln einen Tropfen aufzutragen. Das dauert zwar etwas länger, dafür reicht ein Fläschen Schmiermittel sehr lange und das Mittel gelangt dorthin, wo es hin soll, nämlich in die Zwischenräume und nicht aussen auf die Laschen.

Rot - "Teflon"

Diese Variante basiert auf Teflon, wird mitunter auch als "Trockenschmiermittel" angeboten. Das Schmiermittel selbst ist farblos, nicht ölig, aber keineswegs "trocken".

Vor der Anwendung muss die Flasche gut geschüttelt werden. Die Teflonmischung ist nicht so klebrig wie Öl, so dass Schmutz auf der Kette nicht so stark "festbäckt". Auch die Schaltröllchen einer Kettenschaltung sind nach längerer Anwendung noch halbwegs frei von festgebackenem Dreck. Zwar bleibt eine offen betriebene Kette auch mit diesem Schmiermittel im Alltagseinsatz nicht wirklich sauber - aber die Reinigung ist deutlich einfacher und mit einem alten Lappen schnell erledigt, da die Mischung aus Schmutz und Schmiermittel keine so "teerartige" Substanz bildet, die man von Ölen her kennt. Die Haltbarkeit der Kette mit diesem Mittel ist ebenfalls nicht zu beanstanden - nach gut 3000 km im Alltagseinsatz ist noch keine übermässige Längung erkennbar (geprüft mit der "A"-Seite eines Rohloff Caliber II).

Die geringere Haftung bewirkt, dass man häufiger Nachschmieren muss. Besonders nach Regenfahrten ist das Schmiermittel recht schnell ausgewaschen, auch wenn laut Aufdruck das Mittel für jedes Wetter geeignet sein soll. Abgesehen davon ist es aber besonders im Sommer eine gute Alternative zu klassischem Kettenöl.

Grün - "Cross Country"

Grünliche Färbung, ölige Konsistenz.

Im Gegensatz zu den anderen Varianten (Teflon, Wachs) muss dieses Mittel nicht aufgeschüttelt werden. Die Konsistenz entspricht klassischem Kettenöl - inklusive der "Klebrigkeit", die leider auch Staub anzieht, wie ein Magnet. Besonders im Sommer hat man bei einer offen betriebenen Kettenschaltung so recht schnell eine mehr oder weniger "zugebackene" Kette und Rückstände an den Schaltröllchen, wenn man diese nicht regelmässig reinigt. Positiv wirkt sich diese Eigenschaft aber im Winter oder bei häufigen Regenfahrten aus - die Kettenschmierung hält deutlich länger als bei Teflon- oder Wachs-Schmiermitteln. Daher nutze ich dieses Mittel auch fast ausschliesslich im Winter. Die Haltbarkeit einer Kette mit diesem Mittel ist dabei nicht zu beanstanden - bisher hat jede Kette den gesamten Winter ohne übermässige Längung überstanden (geprüft mit der "A"-Seite eines Rohloff Caliber II).

Silber - Wachs-Schmiermittel

Wachs mit Lösungsmittel. Vor der Anwendung muss die Flasche sehr ausgiebig geschüttelt werden.

In der Theorie hört es sich gut an: Durch das Lösungsmittel kann das Wachs in flüssigem Zustand in die Zwischenräume der Rollen gelangen, wo sich das Lösungsmittel verflüchtigt und nur noch Wachs übrigbleibt. Da das Wachs nicht klebrig ist, haftet auch kein Dreck an der Kette und die Reinigung wird deutlich vereinfacht.

Praktisch ist es mir aber nicht gelungen, das Mittel auf einer neuen und entfetteten Kette in die Kettenglieder zu bekommen. Tatsächlich hat sich das Lösungsmittel so früh verflüchtigt, dass das Wachs aussen auf den Rollen fest geworden ist, bevor es dorthin gelangen konnte, wo es eigentlich hin sollte. Möglicherweise war die Kette auch zu kalt. Für meine Zwecke ist das Mittel offenbar ungeeignet - ich habe es nicht weiter benutzt.

technik/schmiermittel_finishline.txt · Zuletzt geändert: 2014-01-19 10:31 UTC (Externe Bearbeitung)