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Busch & Müller Lumotec IQ Fly

Unter dem Begriff "IQ Tec" hat Busch & Müller (BUMM) eine Technologie für LED-Scheinwerfer entwickelt, die sowohl bei Akku-Scheinwerfern als auch bei dynamobetriebenen Modellen eingesetzt wird. Das Besondere daran ist die indirekte Beleuchtung - die LED leuchtet nicht mehr direkt nach vorne, sondern ist so angebracht, dass sie nach hinten in den Reflektor strahlt, von dem aus das Licht nach vorne verteilt wird. Daraus ergibt sich eine bessere Lichtverteilung, ähnlich wie beim Inoled, nur etwas schmaler. Darüber hinaus sieht man die LED selbst nicht - wenn man von vorne in den Scheinwerfer blickt, ist nur der Reflektor zu erkennen - daher auch der Slogan "nichts als Licht".

Der Lumotec IQ Fly besteht aus zwei Teilen - der Unterbau mit der Elektronik (Spannungsregelung für die LED und je nach Ausführung Sensorautomatik und Standlicht) und der bewegliche Lampenkopf, der in drei Positionen eingestellt werden kann. Auf dem Unterbau ist auch der vorgeschriebene, weiße Frontreflektor angebracht. Bei den Ausführungen für Nabendynamos befindet sich auf der Rückseite zusätzlich Schiebeschalter, mit dem man je nach Modell zwischen "an" und "aus" oder "an", "aus" und "Automatik" wählen kann. Die Verkabelung ist bei den Nabendynamo-Modellen fest montiert. Zusätzlich sind Anschlüsse für das Rücklicht vorhanden.

Eine weitere Besonderheit ist der Umstand, dass das Gehäuse komplett isoliert ist - d.h. es besteht kein "Massekontakt" mehr über den Sockel des Scheinwerfers, so dass in jedem Fall eine zweiadrige Verkabelung erforderlich ist.

Das "Topmodell" mit Sensorautomatik und Standlicht kostet Ende 2008 72,90 Euro (UVP) und wird in Internetshops auch schon mal ab 45 Euro angeboten.

Praktische Erfahrungen

(von Arno Welzel)

Meine bisherige Lösung für die Beleuchtung bestand aus einem DLumotec Oval Senso Plus und einem E6Z als Zusatzscheinwerfer. Der DLumotec war für den Stadtverkehr ausreichend, war aber bei höheren Geschwindigkeiten noch nicht optimal - deshalb der E6Z, der ab etwa 20 km/h als "Fernlicht" eingesetzt wurde.

Der IQ Fly sollte gegenüber dem DLumotec Oval deutlich heller sein und zudem einen leicht verstellbaren Lampenkopf haben - möglicherweise eine echte Alternative zu der bisherigen Doppelscheinwerferlösung. Nachdem ich in de.rec.fahrrad einige positive Berichte gelesen habe, wurde die bisherige Lichtanlage durch einen IQ Fly ersetzt.

Montage

Die Montage gestaltete sich nicht anders, als beim alten Lumotec - die Kabel sind bereits am Scheinwerfer fest montiert und müssen nur auf die passende Länge gekürzt und mit Steckern für den Nabendynamo (bei mir ein SON) versehen werden. Für das Rücklicht stehen entsprechende Anschlüsse zur Verfügung, die ebenfalls mit Kabelschuhen benutzt werden. Der mitgelieferte Halter war bei mir überflüssig - der Scheinwerfer passt mechanisch (und auch optisch) problemlos in den schon vorhandenen Halter des DLumotec Oval. Insgesamt absolut problemlos und zuverlässig.

Ausleuchtung

Im Gegensatz zum DLumotec Oval ist die Helligkeit beim IQ Fly wirklich deutlich höher. Wie bei jedem LED-Scheinwerfer wird schon bei geringer Geschwindigkeit fast die volle Helligkeit erreicht. Subjektiv ist das Teil ungefährt genauso hell wie ein E6 ab 20 km/h. Gewöhnungsbedürftig für Umsteiger von Halogenscheinwerfern ist das typische Flackern (auch mit Standlicht)1) beim Betrieb an einem Nabendynamo und geringem Tempo.

Die Einschaltautomatik erfüllt ihren Zweck - abends hat man Licht, tagsüber nicht. Zusammen mit einem LED-Rücklicht, wie z.B. dem DToplight Plus, muss man sich praktisch keine Gedanken mehr um's Licht machen - es ist einfach da, wenn man es braucht.

Der verstellbare Lampenkopf bietet eine praktische Zusatzfunktion: Er hat drei feste Positionen, mit denen die Reichweite des Scheinwerfer angepasst werden kann. Diese Änderung ist auch bei langsamer Fahrt von Hand möglich und erlaubt so einen einfachen Wechsel von "Normal" auf "Fernlicht" oder auf "Nahbereich".

Das Standlicht steht bereits nach wenigen hundert Metern Fahrt zur Verfügung und ist etwas dunkler als das Fahrlicht. Bei voll aufgeladenem Kondensator leuchtet es für etwa 3-4 Minuten.

Schwächen

Der Lichtsensor hat sich als etwas problematisch erwiesen. Er ist auf der linken Seite und nach hinten ausgerichtet angebracht. Das führt dazu, dass er durch die Scheinwerfer von überholenden PKW angeleuchtet wird, wodurch die Beleuchtung kurzzeitig komplett abschaltet oder zumindest auf das deutlich dunklere Standlicht wechselt. Umgekehrt schaltet das Licht relativ früh ein - auch wenn es noch Tag ist, aber durch Bewölkung insgesamt etwas dunkler. Bei Bedarf kann man aber auch auf "Dauer-Ein" schalten, so dass ich mit dieser Schwäche gut leben kann.

Beim Sensomodell ist der Schiebeschalter mit der Anordnung "aus-an-Auto" etwas unglücklich ausgefallen. Insbesondere mit Handschuhen ist die Mittelstellung schlecht zu treffen. Die Sensorproblematik fällt daher doppelt auf. Die "N" Version kennt nur "an" bzw. "aus".

Ein weiterer Punkt ist das Standlicht - es ist zwar sinnvoll, wenn man Licht braucht, aber man kann es auch nicht abschalten. Wenn man das Fahrrad abstellt, leuchtet es grundsätzlich einige Minuten lang weiter. Das kann manche Langfinger animieren, sich das Teil näher anzusehen.

Update: Beim Nachfolger "Cyo" hat BUMM diese Punkte berücksichtigt - dort reagiert der Lichtsensor mit einer Verzögerung von einigen Sekunden, d.h. die Abschaltung erfolgt erst, wenn der Sensor mehrere Sekunden dauerhaft beleuchtet wird.

Auch wird beim "Cyo" (Modell 10/2008) das Standlicht in der Schalterstellung "aus" ebenfalls abgeschaltet und die Ladung des Kondensators bleibt auch bis zum nächsten Tag erhalten.

Fazit

Der IQ Fly ist eine echte Alternative zu Halogenscheinwerfern und zudem prinzipbedingt wartungsfrei. Die einzige Schwäche ist die Anordnung des Sensors bei den Modellen mit Einschaltautomatik und der Umstand, daß das Standlicht nicht sofort abschaltbar ist. Abgesehen davon kann ich ihn uneingeschränkt empfehlen.

1)
Ich habe ein Modell mit Standlicht und habe es selber so erlebt
technik/scheinwerfer_lumoteciqfly.txt · Zuletzt geändert: 2014-01-19 10:31 UTC (Externe Bearbeitung)