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technik:hakenpedale

Haken-Pedale - die clevere Alternative?

Geschichte

Die Idee, den Fuß am Pedal fest zu binden, ist alt. Der Wunsch, den Fuß noch fester zu binden ist bei Sportlern die logische Konsequenz. Also entstand Mitte des 20. Jahrhunderts eine masochistische Variante des Hakenpedals, bei der mittels Nut und Zusatzhaken sicher gestellt wurde, dass der Fuß nicht abrutscht. Wer dann doch mal schnell aus dem Pedal raus wollte, hatte Pech: Umfall vorprogrammiert.

Die sind doch gefährlich!?

Aus der masochistischen Variante des Hakenpedals (Geschichte) folgt die allgemeine Meinung, dass die Dinger gefährlich seien. In Wirklichkeit sind diese Pedale nicht gefährlicher als alle anderen Pedal-Systeme (Look, SPD,…). Man sollte nur darauf achten, dass die Schuhe kein übermäßiges Profil haben.

Vorteile

Pedalsysteme allgemein haben einen ganz entscheidenden Vorteil. Man rutscht nicht.

Auf der einen Seite führt das dazu, dass der Tritt "runder" wird. Statt das Pedal nur runter zu treten kann man es über einen großen Teil der Umdrehung führen und viel gleichmäßiger belasten. Das schont die Knie. Bei höheren Trittfrequenzen kann man besser pedalieren und kann mehr Kraft übertragen ;-)

Andererseits ergibt sich daraus, dass man sicherer unterwegs ist - rutscht man in einer kritischen Situation (etwa bei der Flucht aus einer Kreuzung) vom Pedal ab, so ist ein Sturz kaum zu vermeiden. Ein Sturz in einer kritischen Situation führt meistens zu einem Unfall - und das wollen wir doch nicht?

Warum ausgerechnet Pedalhaken?

Das Hakenpedal ist das älteste Systempedal, das es gibt. Die modernen "Klickpedale" haben eine Reihe von Vorteilen gegenüber dem alten Haken-Riemen-Dingsbums. Dennoch ist das Hakenpedal in einer Anwendung unschlagbar: dem Stadtradeln.

  • Man braucht keine besonderen Fahrradschuhe.
  • Fast jeder beliebige, bequeme Straßenschuh ist geeignet.
  • Egal ob Turnschuh oder eleganter Lederschuh - in Sekunden eingestellt.
  • Sehr einfache Benutzung.
  • gleichmäßige Fußposition auf dem Pedal.

Ein wenig aufpassen sollte man bei der Wahl der Schuhe allerdings schon, es gibt Turnschuhe, bei denen vorne an der Seite das Profil übersteht. Diese Schuhe neigen manchmal dazu, schlecht in die Riemen rein oder raus zu gehen. Die Riemen bei den Schuhen auf keinen Fall fest ziehen - oder einfach das Profil mit einem scharfen Messer leicht nachbearbeiten.

Hinweise zur Benutzung

Eigentlich gibt es nichts zu beachten. Mit dem Riemen wird das Pedal auf die Breite des Schuhs eingestellt. Dabei ist es nicht notwendig, die perfekte Einstellung zu finden - es sollte nicht zu fest sein und nicht gar zu lose. Alles was dazwischen liegt ist in Ordnung. Die Fußposition auf dem Pedal ist -automatisch- richtig, der Ballen steht über der Pedalachse. Für kleine und große Füße gibt es die Haken in S, M und L. Nach einer Weile regelmäßiger Benutzung findet der Fuß "von selbst" in die Haken. Ansonsten einfach kurz das Pedal anschubsen und die Fußspitze in den Haken stecken. Wenn man den Fuß vom Pedal nimmt, und zwar nach hinten oben, löst sich das Pedal automatisch vom Fuß.

Teile eines Hakenpedals

Ein Hakenpedal besteht aus drei Teilen:

  • das Pedal selbst, Ausführung mit Käfig. Die Pedale haben keine Gummi- oder Plastik- Schrubber und sind meist sehr robust. Auf der hinteren Seite ist ein gelber Reflektor befestigt, vorne wird er entfernt.
  • der Haken. Meist aus Kunststoff, bei älteren Modellen teils direkt am Pedal festgelötet. Der Haken wird vorne am Pedal festgeschraubt und sorgt für die richtige Fußposition und den Halt nach vorne.
  • der Riemen. Es gibt Lederriemen und welche aus Kunststoff-Band. Beginnend außen am Pedal wird der Riemen durch ein Loch gefädelt, unterm Pedal entlang und durch die Öse(n) am Haken zurück. Von innen in die Schnalle und nach oben außen heraus. Zum Festziehen wird einfach am losen Ende des Riemens gezogen. Um die Schnalle zu lösen zieht man sie am oberen Ende nach außen. Der Riemen gibt Halt nach oben und zur Seite.

Empfehlung

Es ist eine Schande, dass überhaupt Fahrräder ohne System-Pedale verkauft werden. Nicht für jeden Radfahrer eignen sich Klickpedale, entweder weil er/sie nicht sooo viel fährt oder wegen des logistischen Aufwands, immer ein zweites Paar Schuhe dabei zu haben. Für diese Radfahrer sind Hakenpedale die beste Lösung. Hakenpedale sind nicht teuer und bieten viele Vorteile, es lohnt sich auf jeden Fall!

PS: diese Seite ist von einem Fan geschrieben. Aber: die Dinger sind wirklich gut! Jede/r den ich zum Ausprobieren überredet habe fährt inzwischen nur noch mit Riemenpedalen.

technik/hakenpedale.txt · Zuletzt geändert: 2014-01-19 10:31 UTC (Externe Bearbeitung)