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Carry Freedom Y-Frame large

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Der Y-Frame large von http://www.carryfreedom.com (Vertrieb in Deutschland: http://www.used-hq.de) ist ein vergleichsweise großer Zweispuranhänger aus Großbritannien für den Lastentransport. Besonderes Merkmal ist die minimalistische Konstruktion mit einem Sperrholzbrett statt einer Kiste als Ladefläche. Auf dem Hänger können daher sowohl Taschen, Kisten oder sperrige Lasten mit Gurten festgespannt als auch Kisten, Hundekörbe oder ähnliches permanent angebracht werden.

Der Hänger ist für eine halbe Europalette (80cm x 60cm, das sind beispielsweise vier Getränkekisten) konstruiert und darf mit maximal 90kg beladen werden. Mit einer längeren Deichsel sollte er sich auch gut für den Transport von Fahrrädern oder Kanus eignen.

Da die Räder mit Steckachsen mit Schnellverschluß sehr einfach abzunehmen sind, nimmt der Anhänger als flaches Päckchen nur wenig Platz zur Aufbewahrung in Anspruch.

Bei meinem Exemplar hat leider nach ca 150km die Kupplung versagt und sich der Anhänger vom Fahrrad gelöst. Ich kann nicht beurteilen, ob es sich um einen Einzelfall oder einen Konstruktionsfehler handelt. Einzelheiten finden sich in den Abschnitten Kupplung und Modifikation der Kupplung.

Spezifikationen nach Herstellerangaben

(eigene Messungen in Klammern)

  • Gewicht: 7kg
  • Zuladung: 90kg
  • Ladefläche: 50cm X 70cm
  • max. Kapazität: 64cm X 90cm
  • Rahmenmaterial: Aluminium
  • Ladefläche: Ahorn
  • Räder: 20", radial eingespeicht
  • Reifen: Marathon (hier: Kenda 47-406)
  • Spurweite: 720mm
  • Gesamtbreite: (81cm)

Aufbau und Einzelteile

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Der flache Versandkarton erinnert sehr an Pakete von IKEA. Auch der einfache Zusammenbau der Einzelteile ruft Erinnerungen an das unmögliche Möbelhaus wach. Allerdings braucht man zusätzlich zum Inbusschlüssel einen Gabelschlüssel mit 13mm Maulweite. Ansonsten bereitet der Aufbau keine Schwierigkeiten: Die Räder und die Hängerkupplung sind fertig montiert, und es muß lediglich das Brett auf dem Rahmen festgeschraubt sowie Räder und Deichsel angesteckt werden. Der Hänger besteht aus den folgenden Teilen (Alle Gewichtsangaben sind nur ungefähre Größen):

  • Rahmen (1250g) Vierkant- (32mm x 32mm, 3mm stark) und Rundrohr aus eloxiertem Aluminium mit Einsätzen für Steckachsen. Der Rahmen macht einen soliden Eindruck und ist augenscheinlich gut verarbeitet und geschweißt.
  • Deichsel (600g) Vierkantrohr (25mm x 25mm, 3mm stark) aus eloxiertem Aluminium. Die Deichsel wird in den Rahmen gesteckt und mit einem Splint gesichert. Leider ist die Passung nicht perfekt. Das leichte Spiel der Deichsel führt zu Geräuschen bei der Fahrt. Es sollte möglich sein, diese durch Umwickeln mit Klebeband oder einer geeigneten Folie abzustellen. Die Deichsel kann prinzipiell auch so montiert werden, daß sie nach oben zeigt, um den Hänger ohne Fahrrad bequem zu ziehen. Leider fehlt ein zweites Loch, damit sie in dieser Stellung gesichert werden kann.
  • Laufräder (2x 1200 g ohne Achsen) Rollstuhlnaben mit Schnellverschluß-Steckachsen (12mm x 120mm) und Normlagern, 406-20 (20") Aluminiumfelgen, radial mit jeweils 28 Nirostaspeichen eingespeicht, Reifen Kenda Kontakt im Format 47-406. Die Räder sind ordentlich eingespeicht und die Komponenten von offenbar guter Qualität, allerdings auch etwas schwer. Recht praktisch sind die Rollstuhlnaben, die einen sehr einfachen Ein- aus Ausbau der Räder erlauben. Die Reifen sind breit und können daher auch bei Beladung mit wenig Druck gefahren werden, was den Fahreigenschaften des Hängers zugute kommt.
  • Ladefläche (2700g) 10mm starkes Sperrholz mit einer Antirutschbeschichtung und vier großen Löchern zur Befestigung der Ladung. Die Ausführung der Ladefläche aus Holz erlaubt einfache Anpassungen an unterschiedliche Transportbedürfnisse beispielsweise durch Anschrauben von Kisten oder Schienen. Die Antirutschbeschichtung ist sehr wirksam, aber auch recht aggressiv zu empfindlichen Materialien.
  • Kleinteile (250g) Die Einzelteile der Kupplung, Schrauben und Muttern bestehen teilweise aus rostfreien und teilweise aus verzinktem Stahl. Solange keine Anforderungen an die Festigkeit bestehen, welche die Verwendung von rostfreiem Stahl ausschließen, ist bei Qualitätsteilen an Fahrrädern oder hier einem Anhänger das rostfreie Material zumindest bei Normschrauben und -Muttern vorzuziehen. Die Schrauben können aber, sollten sie unansehnlich werden, einfach ausgetauscht werden.

Fahrverhalten

Die mit 72cm breite Spurweite sorgt für ein unproblematisches Fahrverhalten. Der Hänger folgt brav und läßt sich bei passend eingestelltem Druck der Reifen auch von Unregelmäßigkeiten der Straße nicht aus der Ruhe bringen. Erste Tests mit einer schnellen Abfahrt und einem Stück auf einem sehr schlechten Waldweg verliefen vielversprechend.
Auch wenn der Hänger in Kurven fast genau hinten dem Fahrrad bleibt, ist natürlich zu beachten, daß er etwas breiter als die meisten Fahrräder ist. Übliche Weiten zwischen Pollern und andere Durchlässe sind aber meist breiter als die 80cm, die der Y-Frame beansprucht.
Für Ortskundige: die Sperren der Unterführung am Nürnberger Frauentor können mit dem abgebildeten Gespann gerade noch durchfahren werden.
Auch ein zu Testzwecken aufgeladener Erwachsener konnte zumindest auf ebener Strecke problemlos transportiert werden. Bei Ausnutzung der möglichen Zuladung ist aber natürlich bergauf viel Kraft nötig, während dann bergab die Bremsen nicht überlastet werden sollten.

Kupplung

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Die Kupplung besteht aus zwei U-förmigen Teilen aus rostfreiem Stahl, die Rücken an Rücken mit einer Plastikscheibe beweglich verschraubt sind. Eines ist mit der Deichsel befestigt, während das andere in einen Haken links an der Hinterradnabe des ziehenden Fahrrades eingehängt und mit einem Splint gesichert wird. Wird der Hänger entfernt, bleibt nur dieser kleine und sehr unauffällige Haken aus rostfreiem Stahl am Fahrrad zurück.

Zur Montage müssen am Fahrrad 3mm Platz zwischen dem Aufallende und dem Schnellspanner oder der Mutter der Radachse vorhanden sein. Auch sollte das Ausfallende nach unten und hinten und ein paar Millimeter um die Radachse möglichst flach und ohne weitere Schrauben oder Befestigungen von Schutzblechen oder ähnlichem sein. An einem Rad mit 135mm Klemmweite der Hinterradnabe, vergleichsweise dünnen Ausfallenden aus Stahl und üblichen Schnellspannern war die Montage ebenso möglich wie an einem Rad mit dicken Aluminium-Ausfallenden und SRAM-Nabenschaltung und einem dritten, ebenfalls mit Aluminium-Ausfallenden und Pitlock-Spannern. Dabei ist anzumerken, daß die Schnellspanner von Shimano recht lange Achsen haben, während die Pitlocks etwas kürzer sind. Mit noch stärkeren Ausfallenden könnte das Probleme machen.
An einem Fahrrad mit verschiebbaren Ausfallenden für die Rohloffnabe war die Montage hingegen nicht möglich. Hier müßte der Haken für den Hänger etwas abgeändert werden, da die Schrauben zur Einstellung der Kettenspannung sehr nahe an der Nabenachse liegen.

Im Vergleich zu anderen Systemen ist die Kupplung simpel aufgebaut. Sie funktioniert aber trotzdem gut, ist auch mit dem nicht unverlierbaren Splint noch hinreichend einfach zu bedienen und verunziert das Fahrrad nicht mit klobigen Plastikteilen. Allerdings rappelt sie ziemlich, was auf kurzen Strecken im Lärm der Stadt nicht weiter stört, aber wie alle Klappergeräusche am Fahrrad beispielsweise auf Radreisen recht nervtötend sein kann. Auch wird es empfehlenswert sein, die Schrauben und Muttern der Kupplung in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.

Modifikation der Kupplung

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Im Betrieb hatte sich nach kurzer Zeit die mittlere der oben abgebildeten Schrauben gelöst und damit die Verbindung zwischen Anhänger und Fahrrad während der Fahrt freigegeben. Nach Auskunft des Herstellers sind einige Kupplungen mit ungeeigneten Stopmuttern ausgeliefert worden. Meiner Ansicht nach sind darüber hinaus bei meinem Anhänger die mittlere und rechte Schraube mit 15mm und 35,5mm zu kurz, um ausreichend Gewindegänge in den Sicherungseinsatz der Mutter zu drehen. In Zweifelsfällen sollte der Hersteller kontaktiert werden.

Nach den folgenden Änderungen betrachte ich die Kupplung als sicher und zuverlässig:

  • Schrauben M6 mit 40mm, 20mm und 40mm (von links nach rechts)
  • Ersatz der gelben Gummischeibe durch eine Scheibe aus Hartplastik
  • neue Stopmuttern mit blauem Plastikeinsatz, mit Schraubenkleber mittelfest montiert
  • an der mittleren Schraube zusätzlich eine Kontermutter (M6, 3mm stark, DIN 439); die Konterung erlaubt ein Anzugsmoment von 8Nm, ohne die Beweglichkeit der beiden Kupplungsteile einzuschränken
  • Montage eines 20mm Packriemens als Fanggurt. Der Gurt ist mit Hilfe eines 2mm Alublechs und 2 Blindnieten an der Deichsel befestigt.

Demontage und Aufbewahrung

Nach Abziehen der Räder (Schnellverschluß mit einem Knopf in der Mitte der Radnabe) und evt. Abbau der Deichsel (Sicherungssplint) bleibt der flache Rahmen mit Ladefläche, der an die Wand gelehnt oder auch wie ein Bild aufgehängt werden kann. Die Räder lassen sich weiter demontieren, indem man die Steckachsen nach vorne herauszieht. Sie sind dann nur noch so tief wie die Radnaben.
Bei Platzproblemen im Fahrradschuppen bietet es sich an, den Hänger mit zwei Klappboxen im Format 60cm x 40cm (1/4 Europalette) auszustatten. Eine einzelne Box im Format 60cm x 80cm wäre natürlich auch möglich, ist aber sehr viel teurer und nur schwer zu beschaffen. Aluminiumkisten sind meist nicht faltbar, bieten dafür besseren Wetter- und einen gewissen Diebstahlschutz.
Der Anhänger ist ein wenig breiter als Türen mit 80cm, wie man sie als schmale Wohnungs- oder Fahrstuhltüren finden kann. Hier läßt er sich nur durchschieben, wenn vorher die Gummistöpsel auf den Radnaben abgezogen werden. Es wäre daher sinnvoll, den Hänger einen oder zwei Zentimeter schmaler zu bauen, zumal er dann immer noch ausreichend breit für eine halbe Palette wäre.

Sonstiges

Der Hänger besitzt keine Schutzbleche. Sie ließen sich einfach an einer Kiste oder etwas aufwändiger an der Ladefläche befestigen. Die Reifen haben Reflexstreifen und der deutsche Importeur stattet den Hänger mit zwei Reflektoren an der hinteren Kante aus. Je nach Ladung wird die Befestigung eines Rücklichts einfach oder schwierig sein.

Das gilt auch für ein Fähnchen, sofern ein solches gewünscht wird.

Ein Diebstahlsicherung ist nicht vorgesehen. Der Anhänger muß also separat angeschlossen werden, oder man ersetzt die Splinte von Kupplung und Deichsel durch geeignete, lange Vorhängeschlösser.

Zusammenfassung

Der Y-Frame large ist ein sehr vielseitiger und solider Anhänger, von dem eine fast unbegrenzte Lebensdauer erwartet werden kann. Er ist recht groß mit einer hohen Zuladung und beansprucht dennoch nur wenig Platz zur Aufbewahrung. Die Demontage ist sehr einfach und das Fahrverhalten recht sicher.
Als wichtigsten Schwachpunkt sehe ich das Klappern von Deichsel und Kupplung. Bei meinem Exemplar war erst nach einigen Änderungen eine sichere Verbindung zwischen Anhänger und Fahrrad gewährleistet.
Auch dürfte der Preis in Anbetracht der wenigen und einfach aufgebauten Teile nicht mehr viel höher sein. Je nach beabsichtigter Nutzung muß man ja noch eine Kiste oder einen Packsack dazurechnen.

Eine Auswahl weiterer Hersteller von zweispurigen Lastenanhängern

Eine überarbeitete Version dieses Artikels ist in der Webpublikation Fahrradzukunft erschienen: http://www.fahrradzukunft.de/fz-0603/0603-07.htm

Peter de Leuw http://www.pdeleuw.de/fahrrad/anhaenger-fakten.html
Radtouren mit Anhänger, u.a. Lettland http://www.bike-buggy.com/eng/galleries/bike-trekking-tours/Top/default.htm
Anhängertest in "Radtouren" http://www.radreise-magazin.de 2/05 http://www.roland-werk.de/media/download/RADtouren_anhaenger%20205.pdf
http://www.bentrideronline.com/ hat im Februar 2007 die kleine Version des Carry Freedom Y-Frame getestet.
Ein Fotoset auf Flickr mit einigen Bildern eines Y-Frame Large.

Anmerkungen

Rainer Detering, Konstrukteur des http://www.bike-buggy.com/

Zur Kupplung: Ich kann die konstruktiven Grundmängel dieser Kupplung nur bestätigen. Ich hatte die Absicht, diese als Standard für meine bike-buggy einzusetzen. Im Feldtest lösten sich dieselben Schrauben wie im vorstehenden Bericht bereits am ersten Tag. Schlimmer aber ist Folgendes (was mit Liegerad natürlich nicht passieren kann): Das Fahrrad darf NICHT UMFALLEN, wenigstens nicht nach links, weil es dann nämlich durch sein Eigengewicht den auf der Hinterradachse sitzenden Fahrradadapter (in vorstehendem Bericht viertes Foto von oben) derart nach innen verbiegt, dass sich der Hänger nicht mehr bestimmungsgemäß vom Fahrrad lösen lässt (außer man löst die Verschraubungen). Diese Kupplung ist unbrauchbar, mit den mangelhaften Verschraubungen sogar gefährlich (eine Fangleine ist nicht vorgesehen). Bis ich mein eigenes Kupplungssystem ausentwickelt habe, werde ich bei meinen bike-buggy die leider teurere aber in meinen Feld- und Härtetests bestens bewährte Chariot-Kupplung (POM-Kugelkopf) einsetzen.

Zum Anhänger selbst: Auf glattem Untergrund laufen ja die meisten Trailer, ob ein- oder zweiachsig, ganz ordentlich hinterher. Im harten Trekkingeinsatz reicht dies nicht, der Hänger muss unbedingt gefedert sein, um Bodenwellen zu "schlucken". Hierbei sind kurze Federwege oder harte Federungen kaum von Vorteil, im Gegenteil, sie unterstützen häufig noch das Aufschaukeln. Besser wäre eine an Langarmschwingen arbeitende Einzelradaufhängung mit großen Laufrädern (warum nicht dieselbe Radgröße wie am Zugrad?), doch das hat es bis vor Kurzem in diesem Markt der zweispurigen Hänger einfach nicht gegeben (und bei den noch im Markt befindlichen einspurigen Trailern sind mir die Laufräder einfach zu klein, die fangen im Gelände schon bei faustgroßen Hindernissen zu springen an).

Der hier vorgestellte ungefederte Lastenanhänger mit Starrachse von CarryFreedom ist m.E. deshalb eigentlich nur für den Betrieb auf glattem Untergrund geeignet, wobei das Kupplungsproblem nach meiner festen Überzeugung vom Hersteller dringend und durchgreifend gelöst werden sollte, bevor er diese Kupplung weiter im Markt anbietet.

(editiert 2006-12-14)

Zu den Anmerkungen

Zur Kupplung: die Konstruktion hält bei meinem Exemplar mit den oben beschriebenen Modifikation. Ich würde sie weder als unbrauchbar noch als gefährlich bezeichnen. Wie viele verschraubte Teile in der Fahrradtechnik braucht sie etwas Aufmerksamkeit und regelmäßige Kontrolle. Ich kann nachvollziehen, daß der Haken der Kupplung beim Umfallen des Zugfahrrads verbogen werden kann. In diesem Falle sollte es zum Abkuppeln ausreichen, den Schnellspanner oder die Radmutter des Hinterrads zu lösen.

Zur Geländegängigkeit: Der Transportanhänger ist wohl tatsächlich nicht in erster Linie für den Betrieb im Gelände entwickelt worden. Dessen ungeachtet kann er mit etwas Umsicht durchaus auch abseits asphaltierter Straßen benutzt werden. Die Bodenfreiheit entspricht ungefähr der eines konventionellen Fahrrads, und der Anhänger neigt nicht zum Springen oder Umkippen. Mit einer schweren Last sind Anhänger bei sehr schlechten Wegen allerdings generell kaum noch zu ziehen.

Zur Radaufhängung: mit gefederten Radaufhängungen können die Fahreigenschaften von Transportanhängern sicherlich verbessert werden. Bei unglücklicher Konstruktion oder Auslegung kann aber auch das Gegenteil eintreten. Generell werden sie mit einem höheren Gewicht und größerer Komplexität der Konstruktion, zusätzlichen Kosten und evt. auch Wartungsaufwand verbunden sein. Ich komme mit der starren Kontruktion sehr gut zurecht, genieße das kleine Faltmaß sowie das geringe Gericht des Carryfreedom und teile nicht die Ansicht von Rainer Detering, daß der Anhänger nur für den Betrieb auf glattem Untergrund geeignet sei.

Anmerkungen zur Kupplung

Die bereits oben angesprochenen Probleme der Kupplung machen es auf Dauer unmöglich, Lasten von mehr als 30kg über längere Distanzen zu bewegen. Schuld daran ist zum einen die fehlende Verdrehsicherung des Hakens am Ausfallende. Das führt in der Regel dazu, dass der Haken nach einigen Kilometern nach hinten weist und die Kupplung beim Bremsen nach vorne klappt und die Deichsel unsanft mit der Spitze gegen das Ausfallende stößt. Das hat nicht nur ein ungünstiges Fahrverhalten zur Folge sondern birgt gerade bei starken Bremsungen große Gefahren. Zum anderen lässt sich die Kupplung nur schwer geräuschfrei bekommen (trotz Unterfütterung mit Gewebeband etc.), was bei wenig Last oder schlechten Wegen auf Dauer belastend ist.

Abhilfe schafft nur der Umbau auf ein anderes Kupplungssystem. Gute Erfahrungen habe ich mit der Weber-Kupplung gemacht. Diese wird vom deutschen Vertrieb des Carryfreedom in Form einer Austauschdeichsel angeboten. Der einzige Nachteil der Weberkupplung liegt darin, dass sich die zulässige Anhängelast auf 80kg reduziert. Dies stellt aber kein wirkliches Problem dar, da es zweifelhaft ist, ob die Originalkupplung eine dauerhafte Anhängelast von 90kg verkraften würde.

Realistischerweise sollte man also zum Preis des Y-Frame immer die Weber-Deichsel mit hinzunehmen. In dieser Kombination ist der Hänger dann aber in seinem Nutzen ungeschlagen.

Alexander Johannes, August 2008

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