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technik:bremse_shimano_brm580

Shimano LX V-Brake (BR-M580)

Mit der BR-M580 wird seit 2005 von Shimano eine einfache V-Brake-Variante angeboten, die ab etwa 30 EUR (Stand Anfang 2009) für ein komplettes Paar zu haben ist. Dabei sind Bremsklötze mit "Cartridge"-Aufnahme enthalten (SC-70), die einen leichteren Belagwechsel erlauben. Manche Anbieter verkaufen dieses Modell aber auch in einer etwas günstigeren Ausstattung mit einfachen Bremsklötzen ohne Cartridge (M70T3, M70T4).

Praktische Erfahrungen

(von Arno Welzel)

Die Bezeichnung "V-Brake" für Cantilever-Bremsen mit langen Bremsarmen und ohne Seildreieck ist eine Erfindung von Shimano, hat sich aber als Synonym für diese Art von Felgenbremse etabliert. Siehe dazu auch im Lexikon unter Cantilever.

Die Shimano LX-Reihe gilt als "bessere" Baureihe für den regelmäßigen Einsatz, ist aber noch unter XT/XTR angesiedelt. Daher sind die Komponenten nicht ganz so teuer, aber durchaus von guter Qualität.

Im Gegensatz zu früheren Ausführungen, wie dem Vorgänger BR-M570, hat Shimano bei diesem Modell auf die Parallelogramm-Mechanik verzichtet. Diese findet man nur noch bei den teureren Baureihen. Aus meiner Sicht kein Nachteil, da über Parallelogramm-Variante oft von Neigung zu Quietschen beim Bremsen berichtet wurde und das Parallelogramm mit der Zeit auch deutliches Spiel entwickeln kann. Der Bremswirkung tut auch die einfachere Ausführung keinen Abbruch.

An meinem Alltagscrosser kommen diese Bremsen seit 2006 zum Einsatz und sind mittlerweile etliche tausend Kilometer und im dritten Winter im Einsatz. Trotz der Vorbehalte gegenüber mechanischen Bremsen hat sich dieses Modell hervorragend bewährt - und sie sind absolut quietschfrei, auch bei feuchtem Wetter. Einzig die mitgelieferten Bremsbeläge sind absolut nicht empfehlenswert - die Naßbremswirkung war praktisch Null. Ich habe sie daher ausgetauscht durch die "lachs-schwarze"-Variante von Kool Stop, die bei Nässe zwar auch an ihre Grenzen kommen, aber dennoch wesentlich mehr Wirkung entfalten.

vbrake.jpg

Bei der Montage erleichtert die Aufnahme der Bremsklötze mit Gewindestift, Taumelscheiben und einer Mutter, die auch mit Innensechskant "festgehalten" werden kann, die genaue Ausrichtung. Das selbe System wird von Shimano mittlerweile bei fast allen Felgenbremsen verwendet, auch bei Cantilever-Modellen. Für die Einstellung der genauen Mittigkeit findet man an beiden Bremsarmen eine Justierschraube, mit der die Spannung der Feder, die den Bremsarm in die Ausgangsstellung zurückholt, exakt angepasst werden kann.

Die Leichtgängigkeit ist auch im dritten Jahr bei ganzjährigem Einsatz ohne besondere Pflege immer noch wie im Neuzustand. Als einzige Wartungsmaßnahme ist je nach Fahrweise etwa einmal im Jahr ein Austausch der Bremsbeläge nötig, was durch die Cartridge-Aufnahme aber sehr einfach ist - Haltstifte rausziehen, alte Beläge raus, neue rein, Haltestifte einstecken, ggf. Bremszüge etwas lockerer einstellen, fertig. Das Ganze ist eine Sache von wenigen Minuten und man spart sich die aufwendige Justierung der Bremsklötze.

Die Bremswirkung ist in Verbindung mit geeigneten Hebeln (bei mir BL-M570, es tut aber jeder Bremshebel, der eine "V-Brake-kompatible" Übersetzung hat) nicht zu beanstanden - durchaus vergleichbar mit hydraulischen Magura HS-11, die ich auch schon einige Jahre gefahren bin.

Einzig bei starkem Regen muß man mit üblichen Einschränkungen von Felgenbremsen leben - hier sind kommen aber auch hydraulische Modelle oft an ihre Grenze, da Wasser in Verbindung mit Rückständen auf den Felgen oft ein schmieriges "Gleitmittel" bildet.

technik/bremse_shimano_brm580.txt · Zuletzt geändert: 2014-01-19 10:31 UTC (Externe Bearbeitung)