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alltag:fuer_die_frontbremse

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alltag:fuer_die_frontbremse [2007-08-16 16:47 CEST]
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alltag:fuer_die_frontbremse [2014-01-19 11:30 CET] (aktuell)
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 //"​Kind,​ brems' ja nicht vorne!"//​ - diesen Satz kennen wir wohl alle noch... An dieser Stelle soll erläutert werden, warum es doch sinnvoll ist, die Vorderradbremse zu benutzen. Im zweiten Teil wird diskutiert, ob diese knackig eingestellt werden soll, oder eher lasch. //"​Kind,​ brems' ja nicht vorne!"//​ - diesen Satz kennen wir wohl alle noch... An dieser Stelle soll erläutert werden, warum es doch sinnvoll ist, die Vorderradbremse zu benutzen. Im zweiten Teil wird diskutiert, ob diese knackig eingestellt werden soll, oder eher lasch.
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 ===== Warum man unbedingt vorne bremsen soll ===== ===== Warum man unbedingt vorne bremsen soll =====
  
-Vorne zu bremsen hat einen Nachteil: Wenn man zu scharf bremst, dann kann man über den Lenker stürzen. Tut meistens weh. Also - nicht //zu// fest vorne bremsen und immer gut am Lenker abstützen! Dennoch - wer ausschließlich hinten bremst, erhält maximal 0,15g Bremsbeschleunigung. Ein Radfahrer kann aber mit maximal 0,60g bremsen - dazu braucht es aber die Vorderradbremse (und ausschließlich diese).+Vorne zu bremsen hat einen Nachteil: Wenn man zu scharf bremst, dann kann man über den Lenker stürzen. Tut meistens weh. Also - nicht //zu// fest vorne bremsen und immer gut am Lenker abstützen! Dennoch - wer ausschließlich ​("Mami du nervst"​) ​hinten bremst, erhält maximal 0,15g Bremsbeschleunigung. Ein Radfahrer kann aber mit maximal 0,60g bremsen - dazu braucht es aber die Vorderradbremse (und ausschließlich diese).
  
 Konkret bedeutet das, das der Bremsweg mit der Hinterradbremse allein ein Vielfaches des Bremswegs mit der Vorderradbremse ist. Wer auf dem Radweg fährt und von einem Kraftfahrzeug aus einer Grundstücksausfahrt überrascht wird, kann mit der Hinterradbremse allein kaum rechtzeitig zum Stehen kommen. Konkret bedeutet das, das der Bremsweg mit der Hinterradbremse allein ein Vielfaches des Bremswegs mit der Vorderradbremse ist. Wer auf dem Radweg fährt und von einem Kraftfahrzeug aus einer Grundstücksausfahrt überrascht wird, kann mit der Hinterradbremse allein kaum rechtzeitig zum Stehen kommen.
  
-Warum steht da eigentlich "nur mit der Vorderradbremse"?​ Wir betrachten den Punkt, an dem die Kräfte des Fahrers und Fahrrads auf die Straße wirken. Bei gleichmäßiger Fahrt (keine Beschleunigung oder Bremsen) ist dieser Punkt ziemlich genau unter dem Schwerpunkt des Fahrers, das Gewicht verteilt sich auf Vorderrad und Hinterrad. Beim Bremsen verschiebt er sich nach vorne, es wirkt eine größere Kraft auf das Vorderrad und eine kleinere auf das Hinterrad. ​Um so weniger Kraft auf das Hinterrad wirkt, um so weniger bremst das Hinterrad (es blockiert und rutscht). ​Um so mehr Kraft auf das Vorderrad wirkt, um so besser kann man vorne bremsen. Wenn der Punkt auf der selben Höhe ist, wie das Vorderrad, dann hat das Vorderrad die maximale Brems-Wirkung und das Hinterrad ist vollständig entlastet (ist kurz vorm Abheben :-) Wandert der Punkt vor das Vorderrad, macht der Fahrer einen Sprung :-(+Warum steht da eigentlich "nur mit der Vorderradbremse"?​ Wir betrachten den Punkt, an dem die Kräfte des Fahrers und Fahrrads auf die Straße wirken. Bei gleichmäßiger Fahrt (keine Beschleunigung oder Bremsen) ist dieser Punkt ziemlich genau unter dem Schwerpunkt des Fahrers, das Gewicht verteilt sich auf Vorderrad und Hinterrad. Beim Bremsen verschiebt er sich nach vorne, es wirkt eine größere Kraft auf das Vorderrad und eine kleinere auf das Hinterrad. ​Je weniger Kraft auf das Hinterrad wirkt, um so weniger bremst das Hinterrad (es blockiert und rutscht). ​Je mehr Kraft auf das Vorderrad wirkt, um so besser kann man vorne bremsen. Wenn der Punkt auf der selben Höhe ist, wie das Vorderrad, dann hat das Vorderrad die maximale Brems-Wirkung und das Hinterrad ist vollständig entlastet (ist kurz vorm Abheben :-)) Wandert der Punkt vor das Vorderrad, macht der Fahrer einen Sprung :-(
  
 Fazit: Die Vorderrad-Bremse sollte auf jeden Fall benutzt werden, doch dazu im nächsten Absatz mehr. Fazit: Die Vorderrad-Bremse sollte auf jeden Fall benutzt werden, doch dazu im nächsten Absatz mehr.
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 Nun tastet man sich langsam an die maximale Verzögerung der Bremse heran. Man beginnt mit niedriger Geschwindigkeit,​ z.B. 5-10\ km/h und bremst dann so schnell wie möglich bis zum Stillstand ab. Das wiederholt man mehrmals, wobei man sich immer gut am Lenker abstützt und jedesmal etwas kräftiger an der Bremse zieht, bis man merkt, dass das Hinterrad abhebt. Dieser Punkt ist die maximal mögliche Verzögerung. Nun tastet man sich langsam an die maximale Verzögerung der Bremse heran. Man beginnt mit niedriger Geschwindigkeit,​ z.B. 5-10\ km/h und bremst dann so schnell wie möglich bis zum Stillstand ab. Das wiederholt man mehrmals, wobei man sich immer gut am Lenker abstützt und jedesmal etwas kräftiger an der Bremse zieht, bis man merkt, dass das Hinterrad abhebt. Dieser Punkt ist die maximal mögliche Verzögerung.
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 ===== Wie soll die Vorderrad-Bremse denn nun eingestellt werden? ===== ===== Wie soll die Vorderrad-Bremse denn nun eingestellt werden? =====
  
-Klassische Fahrradbremsen bieten vielfältige Möglichkeiten der Einstellung: ​- Stern-Dreieck, Vorspannung,​ Dämpfung, Gegendruck...+Klassische Fahrradbremsen bieten vielfältige Möglichkeiten der Einstellung: ​Seil-Dreieck ​(bei Cantilever-Bremsen), Vorspannung,​ Dämpfung, Gegendruck...
  
 Im Prinzip sollte eine Bremse so eingestellt sein, dass die maximale Bremswirkung erreicht wird, bevor der Bremshebel am Lenker anschlägt. Dafür gibt es am Bremshebel eine Schraube (da wo der Bremszug raus geht), mit der man die "​Vorspannung"​ einstellen kann. Im Prinzip sollte eine Bremse so eingestellt sein, dass die maximale Bremswirkung erreicht wird, bevor der Bremshebel am Lenker anschlägt. Dafür gibt es am Bremshebel eine Schraube (da wo der Bremszug raus geht), mit der man die "​Vorspannung"​ einstellen kann.
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 Warum also kein Anschlag? Das vereinfacht doch die Bedienung der Vorderradbremse?​ Das macht sie doch sozusagen "​kinderleicht"​ und sicher? Dann kann man sie voll durchziehen und erreicht maximale Bremswirkung,​ ohne über den Lenker zu gehen? Warum also kein Anschlag? Das vereinfacht doch die Bedienung der Vorderradbremse?​ Das macht sie doch sozusagen "​kinderleicht"​ und sicher? Dann kann man sie voll durchziehen und erreicht maximale Bremswirkung,​ ohne über den Lenker zu gehen?
  
-Die Sache hat nur einen Haken - wir rekapitulieren:​ Die Bremse erreicht ihre maximale Wirkung, kurz bevor das Hinterrad abhebt. Dazu muss man den Bremshebel genau X Milimeter zum Lenker hin ziehen. Aber... wenn man den Hebel genau X Milimeter zieht, ist die Wirkung der Bremse davon abhängig, ob die Felgen naß, schlammig, staubig oder trocken und sauber sind. Die Wirkung ist davon abhängig, welche Temperatur Felgen und Bremsklötze haben und ob das Stahlseil sich vielleicht auf Grund großer Wärme um einen halben Milimeter gedehnt hat. Dazu kommt noch die Wechselwirkung zwischen Reifen und Straße - es sind also nicht genau X Milimeter Zug am Bremshebel, sondern X +/- Y Milimeter. Hat man also einen mechanischen Anschlag (egal wie und wo), so muss man die Bremse während dem Fahren und sogar während jedem Bremsmanöver ständig nach-justieren. +Ein (wenn auch nur ein wenig) geübter Radfahrer kann sich an den Punkt der maximalen Bremswirkung herantasten - durch den Gegendruck von der Bremse. Da hilft sogar die hintere Bremse ein wenig - wenn das Hinterrad (bei ganz leichtem Zug an der Bremse) blockiert, dann passt'​s vorne. Wird der Gegendruck durch den Anschlag (oder so einen Dämpfer) verändert, so kann man die Bremse nicht mehr exakt kontrollieren. Dann erreicht man entweder nicht die maximale Bremswirkung,​ oder macht - trotz sorgfältig justiertem Anschlag - einen Abflug.
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-Ein (wenn auch nur ein wenig) geübter Radfahrer kann sich an den Punkt der maximalen Bremswirkung herantasten - durch den Gegendruck von der Bremse. Da hilft sogar die hintere Bremse ein wenig - wenn das Hinterrad (bei ganz leichtem Zug) blockiert, dann passt'​s vorne. Wird der Gegendruck durch den Anschlag (oder so einen Dämpfer) verändert, so kann man die Bremse nicht mehr exakt kontrollieren. Dann erreicht man entweder nicht die maximale Bremswirkung,​ oder macht - trotz sorgfältig justiertem Anschlag - einen Abflug.+
  
 Übrigens, es sorgt bei vielen Autofahrern für große Augen, wenn man es beherrscht, bei einer Notbremsung (Autofahrer hat Vorfahrt nicht beachtet, warum auch immer) mit "​fliegendem Hinterrad"​ zum Stehen zu kommen. Dafür braucht es aber mehrere Jahre harten Trainings bis man das sicher beherrscht... Übrigens, es sorgt bei vielen Autofahrern für große Augen, wenn man es beherrscht, bei einer Notbremsung (Autofahrer hat Vorfahrt nicht beachtet, warum auch immer) mit "​fliegendem Hinterrad"​ zum Stehen zu kommen. Dafür braucht es aber mehrere Jahre harten Trainings bis man das sicher beherrscht...
alltag/fuer_die_frontbremse.1187275622.txt.gz · Zuletzt geändert: 2014-01-19 11:22 CET (Externe Bearbeitung)